Eine Mondstation? Ist das realistisch?
Ja, das hat man in der Antarktis gesehen.
Der Mond und die Antarktis – den Vergleich scheinen Sie zu mögen …
Der geht sogar noch weiter: Der Mond ist unser achter Kontinent. Der ist drei Tage Reisezeit entfernt, das muss man sich mal vorstellen! Den müssen wir allein schon deswegen erforschen, weil er da ist.
Gibt es noch weitere gute Gründe, ihn zu erforschen?
Selbstverständlich. Zunächst einmal wissen wir gar nicht, wie der Mond entstanden ist. Wahrscheinlich aus der Erde heraus. Wir können dadurch in die Vergangenheit der Erde schauen. In dem Wasser, das wir am Mond-Südpol finden, das da seit Jahrmillionen in diesen Kratern eingefroren ist, wo nie die Sonne reinscheint – vielleicht können wir da Spuren von elementarem Leben finden. Wir wissen gar nicht, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Das kann uns vielleicht eine wichtige Lücke schließen.
…
Sind Sie da nicht etwas zu optimistisch?
Glaube ich nicht. Irgendwann wird es diesen Moment wieder geben, spätestens dann, wenn wir einen Europäer oder eine Europäerin haben, die auf der Mondoberfläche landet und beschreibt, wie es ist, vom Mond auf die Erde zurückzuschauen. Wie es ist, diesen Planeten mit dem Daumen zu verdecken. Das hat mir Harrison Schmitt mal erzählt.
Man könnte ergänzen:
Wir wissen gar nicht so viel über die Entstehung der Erde und des Sonnensystems, alles ’nur‘ Theorien mit Lücken.
Das alles soll jetzt der Mondflug erklären können? Sehr viel Optimismus – und bei Gerst verständlicherweise Enthusiasmus!