Politik: 2 Strategien

Klima und Pandemie 2

Es gibt zwei grundsätzlich entgegengesetzte Strategien, großen Krisen zu begegnen: (A) hinnehmen oder (B) bekämpfen. Hinnehmen bedeutet Veränderungen ignorieren, solange das geht, und schließlich Verhalten anpassen, soweit das geht. Dabei werden nur wenige Einschränkungen hingenommen und Opfer möglichst ausgegrenzt. – Bekämpfen bedeutet, Ursachen der Veränderung vermeiden oder durch Verhaltensänderung zurückdrehen, um Status quo zu erhalten oder, besser, einen Zustand quo ante zu erreichen. 

Klimawandel ESA
Klimawandel ESA

Man könnte (A) den liberalen, individualistischen Weg nennen und (B) den konservativen, sozialen Weg. In beiden aktuellen Fällen, der Klimakrise und der Coronakrise, verfolgen die meisten Staaten einen Mittelweg irgendwie zwischen beiden Alternativen hindurch: pragmatisch, „auf Sicht“, etwas verändern, aber vorsichtig und nicht zu viel umsteuern. Ziel bleibt das Erreichen des Status quo ante: so wie’s vorher war.

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Gegensätzliche Strategien

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Politik: Klima und Pandemie

Klimaveränderung und Pandemie haben auf den ersten Blick nur scheinbar nichts miteinander zu tun. Wenn überhaupt, dann wird darauf verwiesen, dass beides Katastrophen sind, die zu bewältigen eine besondere Herausforderung für die gesamte Menschheit ist. Das ist sicher richtig, trifft es aber noch nicht genau. Beide Ereignisse haben gemeinsame Ursachen, eine gemeinsame Struktur. Es ist das global rücksichtslose Verhalten des Menschen. „Rücksichtslos“ verstehe ich zunächst nicht moralisch, sondern deskriptiv.

Klima und Pandemie
Klimakrise und COVID-19 (BR)

Mit der Unvollständigkeit unseres Wissens müssen wir leben, dabei kann uns Wissenschaft zwar entscheidend helfen, aber nicht vollständig entlasten. Entscheidungen für die Gesellschaft und für individuelles Verhalten sind unvermeidbar vorläufig, fehlerbehaftet und bleiben stets revisionsbedürftig. Auch wenn das unserem Drang nach Kontrolle und Sicherheit zuwiderläuft: Anders wird unsere heutige und die zukünftige Welt nicht zu haben sein. Wir werden mit dem Virus ebenso leben müssen wie mit der Klimaveränderung, trotz aller nötigen großen Anstrengungen und weitreichenden Veränderungen, die noch kommen mögen. – Mehr lesen im Blog publicopinia:

Klima und Pandemie

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Philosophie: Aristoteles

Kann ein Philosoph, der vor 2400 Jahren gelebt hat, wirklich aktuell sein, also wichtig und bedeutsam für uns heute? Man mag es kaum glauben, aber es ist so. Es ist zunächst auffällig und überraschend, wie sehr sich die wissenschaftliche Disziplin Philsophie in den letzten Jahrzehnten Aristoteles zugewandt hat. Besonders im angelsächsischen Raum ist Aristoteles immer schon, aber in letzter Zeit vermehrt ein Gegenstand der Forschung. Aber wen könnte das sonst noch interessieren außer Fachleute?

Aristoteles

Der große geschichtliche Abstand bewirkt jedoch zweierlei: In Aristoteles taucht eine ganz andere, uns weitgehend fremde Welt auf, die dennoch in vielen Fragen und Antworten auf Dinge eingeht, die auch uns beschäftigen. Daraus werden – und das ist das Zweite – die Relativität und die Voraussetzungen unserer eigenen Fragestellungen und unseres wissenschaftlichen ‚framings‘ deutlich, als Kontrast gewissermaßen.

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Aristoteles aktuell

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publicopinia: Polarisierung

Sind Polarisierung und Radikalisierung ein unumkehrbarer Trend?

Woher kommt diese Heftigkeit der Polarisierung, die man weltweit beobachten kann, zumal in westlich orientierten Ländern? Die Gründe werden dann in prekären sozialen Situationen vermutet, im Gefühl des Abgehängtseins oder der Überforderung angesichts eines zu schnellen gesellschaftlichen und ökonomischen Wandels. Andere verweisen auf demografische Aspekte zum Beispiel im Osten Deutschlands (Überalterung, Männerüberhang, Arbeitslosigkeit) oder Bildungsmangel. Das mag alles richtig sein, erklärt aber noch nicht wirklich, warum diese Polarisierung und Radikalisierung weltweit unter ganz verschiedenen kulturellen und sozioökonomischen Bedingungen zu finden ist. Es muss dementsprechend auch globale Ursachen geben.

Gandhi und Nehru
Gandhi

Wie kann eine Trendumkehr und ein universal ausgerichteter Wandel hin zu Verständigung, Ausgleich und einem gemeinsamen Anpacken der globalen Probleme gelingen? Bisher dominieren stets die Eigeninteressen. Es braucht dafür ja nicht immer erst einen Weltkrieg. Bisweilen hilft ein Mahatma Gandhi, ein Nelson Mandela – oder halt eine Greta.

Polarisierung und Radikalisierung

Ein unumkehrbarer Trend?

Islam – Islamismus

Es ist heute sehr deutlich geworden, warum eine Kritik des ‚Islam‘ so ambivalent ist. Es gibt dort keine Unterscheidung von Religion im Allgemeinen und so etwas wie ‚Kirchen‘, – Moschee-Gemeinden sind etwas ganz anderes (darum ist es auch mit der staatsrechtlichen Anerkennung von islamischen Glaubensorganisationen im Rahmen des Grundgesetzes so schwierig). Es gibt viele Gruppierungen, Formen und Gestalten des Islam, aber keine davon ist irgendwie „verfasst“.

Salafismus

Aber: Kritik des gegenwärtig herrschenden Islam (Islamismus) ist möglich und nötig. Der Kampf gegen diesen tendenziell „islamistischen“ Islam muss klar und entschieden geführt werden. Schönreden hilft nicht, sondern schadet – und versagt vor der nächsten Generation. Bildung ist alles. – Mehr im Blog publicopinia:

Kritik des ‚Islam‘

Warum der Islamismus nicht unwidersprochen bleiben darf.