Politik – zum Karfreitag

Zwischen Realität und Hoffnung

Auf der anderen Seite steht Xi Jinping. Wie stark hängen die Drohungen gegen Taiwan mit seiner Person zusammen?

Wir haben es mit einem Neo-Stalinisten zu tun, der bereit ist, ein sehr großes Risiko einzugehen. Dafür gibt es Beispiele: Denken Sie an die Internierung der mehr als eine Million Uiguren, die in Umerziehungslagern leiden mussten, an die Null-Covid-Strategie, unter der sehr viele chinesische Bürgerinnen und Bürger gelitten haben. Oder die Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong. Wenn es um die Macht der Partei geht, um klare ideologische Ziele, dann ist Xi bereit, enorme Kosten zu tragen.

Andreas Fulda, Wenn China angreift. Kampf zwischen Demokratie und Diktatur @ntv.de


Lanz fragt, was das für Lindners Satz nach dem Scheitern der Jamaika-Verhandlungen, „Es ist besser, nicht zu regieren, statt falsch zu regieren“, bedeute. „Na ja, ob man gut oder schlecht regiert, kann man ja selbst noch beeinflussen“, putzt Wissing Lindners berühmtes Dogma weg. … Wissing spricht unbeirrt weiter: „Es kann doch nicht sein, dass Parteien behaupten, sie könnten nicht zusammenarbeiten, weil sie unterschiedliche Parteiprogramme haben.“ Wie es auch als Grund für das Ende der Ampel bemüht worden sei.

„Wir werden immer unterschiedliche Parteien mit unterschiedlichen Programmen haben.“ Es sei denn, es gäbe absolute Mehrheiten. „Unser Grundgesetz fordert uns zum konstruktiven Zusammenarbeiten auf.“ Daher sei die Frage nicht, ob, sondern wie man zusammenarbeite. Er wünsche sich mehr konstruktive Haltungen, mehr Empathie, so Wissing. Schließlich arbeiteten die Parteien doch auf die gleichen Ziele hin: „Demokratie schützen, Freiheit sichern, den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken.“ Die unterschiedlichen Perspektiven seien gut, das Land vielfältig, die Gesellschaft frei. „Aber wenn man am Ende nur noch Abgrenzung übt, dann schwächt man unsere Demokratie und unser Volk von innen.“

Markus Lanz, Die Abrechnung des Volker Wissing, @sz.de


Reiseblog Australien als „Buch“

Meinen Reiseblog „Die großen Wunder Australiens“ von 2009 (siehe unter Reisen3) habe ich als gut lesbares Buch (PDF) gestaltet. Alle Links, insbesondere die Links zu Fotoalben im Netz (Google Fotos) wurden aktualisiert. Der Text wurde an einigen Stellen geringfügig bearbeitet und korrigiert. Der Reisebericht beschreibt eine außergewöhnliche Reise von vor 17 Jahren,- und ist immer noch faktenreich, informativ und, wie ich hoffe, unterhaltsam!


Neuer Faschismus

Über das Buch von Eva von Redecker: „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus“

Im aktuellen Montagsblock/364 , der frei verfügbaren Kolumne von Kursbuch online, stellt Peter Felixberger das gerade im S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main, erschienene Buch von Eva Redeker vor: „Dieser Drang nach Härte. Über den neuen Faschismus.“

Die Philosophin Eva von Redecker hat sich in ihrem neuen Buch zwei Fragen gestellt. Erstens, ob und wie sich der Faschismus über die Zeit hinweg er­halten konnte. Zweitens, ob wir überhaupt noch in der Lage sind, ihn zu erkennen. »Wir brauchen einen Begriff des Faschismus für die Gegenwart«, fordert sie. Menschen sind im neueren Faschismus keine individuelle Bezugs­größe mehr. »Stattdessen wird eine möglichst isolierbare, möglichst abstrakte Figur fingiert … und dieser Feind soll nicht geschlagen wer­den oder unterdrückt, sondern restlos vernichtet.« 

Die im Montagsblock veröffentlichten Auszüge zeigen ein sehr pointiertes, engagiertes und argumentativ starkes Buch einer Autorin, die Philosophie als praktische Einmischung versteht – mit einem bedrohlichen Résumé:

Die Folge: Menschen werden als mögliche Kooperationspartner aus dem Spiel genommen. Anstelle einer pluralen Menschheit, die sich arbeitend und kommunizierend aufeinander beziehen könne, entstehe das Bild homogener Blöcke, des eigenen und des feindli­chen. »Und in voller faschistischer Aufladung kann diese Grenzzie­hung in den Ausnahmezustand übergehen, in dem es heißt, dass die anderen dienen oder sterben müssen, damit wir leben können.« Deshalb werden Vorurteile so ausgiebig gepflegt, sie sind Teil der faschistischen Architektur von Abwehrmechanismen. … Als Antisemi­ten und Anti­Schwarz-­Rassisten pflegen sie eine höhnische Mime­sis. Das Schwache, Weiche und Unscharfe soll ausgemerzt wer­den. Kein Wunder, dass Carl Schmitt und alle, die diese Stärke und Härte verherrlichen, im Ausnahmezustand die entscheidende He­rausforderung für den Souverän sehen. »Da zeigt sich, wer wirklich herrscht.«

Lese – Empfehlung!

NATO entzaubert

Mal realistisch betrachtet zeigt sich, dass nicht nur die Bundeswehr, sondern auch große Teile der NATO Truppen aus europäischen Ländern ihren Auftrag heute nicht erfüllen können.

Albtraum: Ukrainische Drohnenpiloten radieren bei Übung ganze NATO-Bataillone aus

„Wie das angesehene Wall Street Journal (WSJ) in einem aufsehenerregenden Artikel berichtet, wurden den NATO-Truppen bei der „Hedgehog 2025” in Estland dramatisch ihre Grenzen aufgezeigt. Demnach kämpften dort 16.000 NATO-Soldaten aus 12 Staaten gegen ukrainische Drohnenteams. Der nüchterne Kommentar eines NATO-Kommandeurs danach: „Wir sind am Arsch.”

Offenbar waren die Allianztruppen mit der Art der ukrainischen Drohnenkriegsführung völlig überfordert. In einem Szenario soll ein zehnköpfiges ukrainisches Drohnenteam in nur einem halben Tag 17 gepanzerte Fahrzeuge der NATO simuliert zerstört und weitere 30 Angriffe geflogen haben. An einem einzigen Übungstag gelang es den Ukrainern, zwei ganze NATO-Bataillone kampfunfähig zu machen.“

Militär aktuell 13.02.2026

Es lohnt sich absolut, den Artikel ganz zu lesen, dabei wird es einem recht mulmig werden: Wo sind da unsere heutigen Abwehr – Fähigkeiten ?


Ergänzend:

„Die europäischen Treibstoffvorräte reichen für drei Monate Krieg“

Europa hat etwa 60 Raffinerien. „Das ist das Rückgrat unserer Treibstoffversorgung“, sagt Rheinmetall-Managerin Shena Britzen im Interview. „Kraftstoffe sind der Mittelpunkt der Verteidigungsbereitschaft. Und die größte Flanke: Strategie ist für Amateure. Profis sprechen über Logistik.“

@ntv.de 15.02.2026


Der Westen, den Rubio meint

US-Außenminister Rubio sprach in München leidenschaftlich über die „westliche Zivilisation“. Das rührte einige. Nur zur Klarstellung: Er hält es ersichtlich mit dem Geschichtsbild von Mel Gibson, es geht da weniger um die Werte der französischen Aufklärung.

Essay von Gustav Seibt Südeutsche Zeitung 15.02.2026


Wurzeln des Antiliberalismus

Der Politikwissenschaftler Robert Kagan über die tiefen Wurzeln des Antiliberalismus in den USA, Trump als Rammbock der Diktatur und Europas Zwickmühle zwischen den Raubtierimperien der Gegenwart.

Interview von Andrian Kreye

Europa muss verstehen, dass Trump und seine Bewegung Europa zutiefst feindlich gegenüberstehen. Diese Mitte-rechts- und Mitte-links-Parteien sind für sie Formen des Liberalismus, den sie ablehnen. Die deutsche, die französische, die britische Führung sind für sie genau solche Feinde wie Nancy Pelosi oder die Clintons.

Findet man da nicht über sein transaktionales Denken einen Weg?

Wir müssen aufhören, bei Trump über Transaktionen zu sprechen. Eine Transaktion ist, wenn Sie etwas bekommen und ich etwas bekomme. Was Trump will, ist Herrschaft. Wenn ihm nicht passt, was der Schweizer Bundespräsident sagt, belegt er die Schweiz mit 39 Prozent Strafzoll. Gibt es Ärger um Grönland, gibt es zehn Prozent Zoll für Europa. Da geht es nie um Geld. Nur um Macht.

Süddeutsche Zeitung, 06.02.2026