Trump – Doktrin

„Trumps Vize J. D. Vance war es, der nach den Bombenangriffen auf Iran im Sommer die „neue außenpolitische Doktrin“ der USA am besten auf den Punkt brachte. „Was ich als Trump-Doktrin bezeichne, ist ganz einfach. Erstens formuliert man ein klares amerikanisches Interesse“, sagte er damals. „Zweitens versucht man, dieses Problem aggressiv auf diplomatischem Wege zu lösen. Und drittens, wenn man es nicht auf diplomatischem Wege lösen kann, setzt man überwältigende militärische Macht ein, um es zu lösen.“ Diese bis heute vielleicht präziseste Definition Trumpscher Außenpolitik hat sich fast wie ein Drehbuch für den Grönland-Konflikt gelesen, ehe Trump Mitte der Woche das Skript – fürs Erste – zur Seite gelegt und ein militärisches Eingreifen ausgeschlossen hat.

Vance wird fälschlicherweise oft als traditioneller amerikanischer Isolationist charakterisiert, der Amerika aus globalen Konflikten heraushalten will. Tatsächlich ist er ein knallharter Verfechter der aggressiven „America-First“-Ideologie.“

Trumps Außenpolitik: Chaos oder Strategie? von Reymer Klüver
Süddeutsche Zeitung vom 23.01.2026


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