Archiv der Kategorie: Philosophie

Phomi: Nicht-theistische Theologie

Die anthropologische Funktion der Rede von „Gott“

Wovon handelt die Theologie, was ist ihr Gegenstand? Vom Wortsinn ausgehend ist es Gott (griech. Theos). Inwiefern kann „Gott“ Gegenstand einer wissenschaftlichen Untersuchung, gar einer wissenschaftlichen Disziplin sein? Fasst man Theologie als ein Thema der Religionen bzw. der Religionswissenschaften auf, wird es vergleichsweise klarer: Religionen haben es unter anderem mit Göttern bzw. Gott zu tun, insofern können Götter als Aspekte religiöser Praktiken kulturwissenschaftlich untersucht und dargestellt werden. Der Theologie geht es aber um etwas anderes. Sie macht Gott selbst zum Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchung, oder genauer: ihr Thema ist die Rede von Gott.

Dom zu Münster

Anders als Ideen in der Philosophiegeschichte kann „Gott“ allerdings nicht als Idee gefasst und hinterfragt werden, sofern er theistisch als extramundaner Gegenstand gesetzt ist. Wissenschaftlich und rational gesehen ist diese Exklusivität „Gottes“, zumal als handelndes Subjekt außerhalb der Raumzeit, nicht vermittelbar. Aus meiner Sicht kommt darum nur ein anderer Ansatz von Theologie infrage: die nicht-theistische Rede von „Gott“.

Nicht-theistische Theologie

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phomi-Blog: Design und Funktion

Technik und technische Produkte umgeben uns ständig, wir nutzen sie fortwährend und selbstverständlich. Uns stößt nur dann etwas Technisches auf, wenn es nicht funktioniert, wie es soll. Funktionierende Technik ist im Alltag ein transparenter Gegenstand oder Vorgang, dem an sich selbst wenig Beachtung geschenkt wird. Wichtig ist das Handeln, die Praktik mit einem bestimmten Ziel, die sich eines technischen Mittels, des Lichtschalters zum Beispiel, bedient. Schon diese wenigen Sätze sind recht voraussetzungsvoll.

Rathausuhr Heilbronn (c) Wikimedia

Über das Verhältnis zwischen der Praxis der Herstellung und den dazu erforderlichen Kenntnissen und Fähigkeiten, also zwischen episteme und techne, denkt die Technikphilosophie nach, genauer die Philosophie der Technikwissenschaften (Theory of Design), die einen Bereich der Wissenschaftsphilosophie darstellt. Auch wenn Technikphilosophie im Wissenschaftsbetrieb hierzulande bislang nur eine geringe Rolle spielt, ist sie keineswegs eine müßige Beschäftigung. Sie sucht die Hintergründe und Zusammenhänge eines so wichtigen Lebensbereiches wie den der ‚Technik‘ analytisch zu erhellen. Eigentlich müsste es eine Basiswissenschaft sein.

Neu im Blog! Einführung in die

Technikwissenschaften

phomi: Gottessehnsucht

Über Wissenschaft, Gott und die Welt

Erkenntnis, Wissenschaft ist insofern wie eine unendliche Sinfonie. Sie zeigt Klangfülle, Harmonien, Dissonanzen, aber kein Ende, kein Ziel. Sie lässt Grenzen entdecken – und überschreiten. Aber sie sieht, erkennt, weiß, sagt nie das Ganze. Der erkennende Mensch ist immer ein Teil des zu Erkennenden; es gibt keinen Punkt im Nirgendwo, von wo aus alles ‚einen Sinn‘ ergibt.

St. Petri Soest

Vielleicht ist es dies, das mich zu einer anderen, zu einer weiteren Erfahrung führt. Ich kann sie nicht als Konkurrenz, nicht einmal als Ergänzung oder Überhöhung ansehen. Diese Erfahrung ist anders und umfasst und betrifft mich ebenso gänzlich wie mein Streben nach begründeter Erkenntnis. Man kann diese ‚andere‘ Erfahrung gewiss in unterschiedlichen Zusammenhängen machen. Es handelt sich um eine Erfahrung von Ganzheitlichkeit und Vollkommenheit, wie sie mir in der Kunst, in der Musik, in der Religion begegnet. – Mehr im Blog:

Gottessehnsucht

Phomi: Physiker mit Philosophie

Philosophie ist nicht Feuilleton, ein guter Physiker noch kein Philosoph. Carlo Rovelli korrigiert unser Verständnis der Zeit und schüttet das Kind mit dem Bade aus.

Carlo Rovelli

Was das Buch „Die Ordnung der Zeit“ (2018) am Anfang an physikalischen Fakten und verständlicher Aufklärung versprochen hat, das hat es am Ende einfach nicht gehalten.

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Physiker mit Philosophie


Phomi: Moderne und Aufklärung

Gezwungen zum Glauben an die Aufklärung? – eine merkwürdige Formulierung. An die Aufklärung kann man schlecht glauben, wohl aber an die unter allen Widerwärtigkeiten verborgene Kraft und „List“ der Vernunft. Sie, die Vernunft, die erhellende, emanzipative Funktion des subjektiven Geistes, steht im Zentrum der aufklärerischen Tradition der Moderne. Es bleibt dann doch wieder und ’nur‘ mit Habermas die Zuflucht zur „substantiellen“ Vernunft, die das Projekt der Aufklärung des Menschen als freie Subjekte ihres Handelns und der Freiheit der Subjektivität ihres Denkens fortschreibt. Angesichts der neuen totalitären rassistischen oder nationalistischen „Obessionen“ ist das keine leichte, aber auch keine falsche Aufgabe.

Flammarion, 1888

Dass Menschen „Fremdreferenz“ nötig haben, also den Bezug brauchen zu einer Heteronomie und Totalität außerhalb und unabhängig von eigenem Leben, aktueller Geschichte, digitaler Technisierung und sozialer Bindung an die jeweilige Zeit und Gesellschaft, – das ist nicht zuletzt eine Erkenntnis und ein Erfordernis aus den totalen Brüchen und Katastrophen der (insbesondere westlichen) Moderne.

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Moderne und Aufklärung

Philosophie: Das Rätsel der Einfachheit

BauerngartenIm früheren Beitrag Einheit und Vielfalt wurde schon darauf hingewiesen, dass durch eine Theorienreduktion zwar eine Vereinheitlichung der Wissenschaft angestrebt wird, aber der Begriff Reduktion zugleich unscharf und problematisch ist. Erhard Scheibe hat in seinem Buch „Die Reduktion physikalischer Theorien. Ein Beitrag zur Einheit der Physik“ (1997) die vielleicht gründlichste Aufarbeitung des Begriffs Reduktion für den Bereich der Naturwissenschaften am Beispiel der Physik vorgelegt. Zunächst soll daher das Anliegen seines Buches dargestellt werden.

Einige „Rätsel“ der Natur zeigen eine bisher unverstandene Einfachheit, die offenbar der Einheit und Vielfalt der Natur zugrunde liegen. Wie aber kann der Zusammenhang von Einheit und Einfachheit gedacht werden und was verstehen wir eigentlich unter ‚Natur‘?

Rätsel der Einfachheit

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Neu im Blog Phomi: Vereinheitlichung

Seit Langem gibt es das Bemühen, eine „Theorie von allem“, TOE (theory of everything) aufzustellen. Das kann sich im engeren Sinne auf die Physik beziehen, wo darunter eine Vereinheitlichung nicht nur der Teilchenphysik (was als gelungen gelten kann), sondern vor allem der vier Grundkräfte verstanden wird. Die „Weltformel“ spukt dann und wann als Thema des Feuilletons durch die Medien.

Sodann gilt es, ganz allgemein gesprochen ‚Relativitätstheorie‘ und ‚Quantenphysik‘ miteinander auszugleichen, was zugleich die Frage nach der Alternative von kontinuierlichem oder diskretem Verständnis der Materie aufwirft. Über die Physik hinaus gibt es aber auch in der Erkenntnistheorie das Streben nach Vereinheitlichung, hier verstanden als Vereinheitlichung der Wissenschaft. Im angelsächsischen Raum ist dies zumeist als Votum für den physikalistischen Naturalismus gemeint. [Lies mehr…]

Einheit und Vielfalt

PhoMi: Freges Sprachphilosophie

Will man sich heute mit der Sprachphilosophie von Gottlob Frege (1848 – 1925) beschäftigen, so ist dies ein philosophiegeschichtliches Thema. Zum einen hat Frege vor mehr als 100 Jahren gewirkt, zum anderen sind seine Arbeiten zur Logik und Sprachphilosophie heute kaum mehr von aktueller Relevanz. Wichtig und bemerkenswert daran sind die Grundlegungen und Anstöße, die weit über seine Zeit hinausgewiesen haben und die heutigen Darstellungen des Werkes von Frege beschäftigen.

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Freges Sprachphilosophie

Phomi: Das Maß der Vernunft

Über das Maß der Vernunft zu sprechen bedeutet, dass Vernunft nicht maßlos ist. Ein Maß ist eine Begrenzung, in diesem Fall eine begriffliche Bestimmung. Vernunft ist nicht alles und jedes, was denkt, weil nicht alles Denken und nicht alle Welt vernünftig ist.

HimmelAuf den Wegen der künstlerischen und religiösen Weltdarstellung kann mehr und anderes erschlossen werden, als es der vernünftige, wissenschaftliche Zugang zulässt.

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Das Maß der Vernunft

Phomi: Über den Sinn des Lebens II

Leben zu können, leben zu dürfen, darüber hinaus mit Bewusstsein und Selbstbewusstsein ausgestattet zu sein, wie es der Mensch ist, gehört zu dem Erstaunlichsten und Wunderbarsten überhaupt.

SETIUns Menschen täte es manchmal gut, den Sinn des eigenen Lebens erst einmal genau darin zu suchen und zu finden: im Frieden mit sich selbst und mit seinem Nachbarn zu leben, das heißt das Leben-wollen in einem möglichst freien und friedlichen Umfeld für sich und seine Nachkommen verwirklichen zu können.

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