Philosophie: Vernunft vernünftig denken

Was ist ein Rationalist? Ich bezeichne mich gerne so. Vernünftig zu sein ist eine Lebenseinstellung. Natürlich bin ich nicht immer vernünftig, und meist weiß ich das auch ganz genau – und tue es dann trotzdem. Manchmal bereue ich es, manchmal nicht. Phantasie und verrückte Ideen sind bisweilen viel besser als eine vernünftige Handlung, mag ihre Vernünftigkeit nur scheinbar oder offensichtlich sein. Aber was ist eigentlich „vernünftig“?

Leibniz-Denkmal


Der Weg der Wissenschaft ist ein kritischer: prüfend, tastend, irrend und auch wieder wahrhaftig erkennend, ein Weg, der sich von der Vernunft leiten lässt. Man kann dies auch einen Glauben nennen, einen Glauben an die Vernunft, die alles erkennt und gestaltet, aber vielleicht sollte man es auch Vertrauen nennen: Das Vertrauen darauf, dass die Rätsel der Welt, des Menschen und meines einzelnen Lebens eine Bedeutung im Ganzen haben, – einen wenn auch noch so winzigen Funken Sinn. Und dass es die Vernunft ist, die uns Gegenstände und Sachverhalte, Sinn und Bedeutung der Welt und unserer selbst erkennen und erschließen lässt. Das heißt es, die Vernunft vernünftig zu denken. [Mehr im Blog phomi]

Vernunft vernünftig denken


Philosophie: Präzisionsmedizin

Wissenschaftsphilosophie der Pandemie Teil II

Schon im ersten Teil dieser wissenschaftsphilosophischen Darstellung wurde darauf verwiesen, dass moderne Epidemiologie einen doppelten Fokus hat: Erkenntnisse über causal chains zu gewinnen, um daraus folgend Interventionsmöglichkeiten abzuleiten und begründete Voraussagen (prediction) über Krankheitsverlauf und mögliche Therapien zu treffen. Bis dato war es ein viel diskutiertes Problem, mit wesentlichen Unsicherheiten im Umgang mit Infektionskrankheiten zu rechnen und dieses unsichere Wissen in das epistemische Grundegerüst einzubauen.

Rechenzentrum

Dann trat etwas ein, was Alex Broadbent eine “Methodological Revolution” nennt: Die Einführung mathematischer Methoden in die Epidemiologie mit dem Ziel, eben diese Unsicherheit einzugrenzen oder zu beseitigen durch Berechnung der möglichen Ergebnisse, genannt “Potential Outcomes Approach” und kurz “POA”.
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Präzisionsmedizin

Philosophie: EBM & Epidemiologie

Zwei Bereiche der Biowissenschaften, die evidenzbasierte Medizin (EBM) und die Epidemiologie, sind bei einer wissenschaftsphilosophischen Betrachtung der Medizinpraxis, insbesondere bei der Bewältigung der Pandemie, von Bedeutung. Wenn man die vergangenen 18 Monate anschaut, war ja nicht nur in der Bevölkerung die Verunsicherung über dieses neuartige Coronavirus SARS-COV-2 groß, sondern ebenso sehr in der medizinischen Wissenschaft, bei den Virologen und Epidemiologen.

Pandemie
EBM und Pandemie

Noch heute erlebt die Wissenschaft immer wieder Überraschungen, was SARS-COV-2 angeht: Herkunft, Aufbau, Wirkweise und die Auswirkungen der jeweiligen Veränderungen (Mutationen) des Virus führen immer wieder in „Neuland“. Wie geht die Wissenschaft damit um? – Mehr im Blog phomi

Wissenschaftstheorie der Pandemie I

Philosophie: Universalität der Vernunft

Wir sind beim Thema der sozialen Konstruktion, ein Thema, das heute mit dem Stichwort Identität großen Raum und Widerhall gefunden hat. Was wenn das mit dem ‚freien Geist‘ nur eine Fiktion wäre, wenn die Selbständigkeit nur auf einer großen Selbsttäuschung beruhte, weil mich im Grunde die sozialen, kulturellen und gendermäßigen Leitplanken der traditionellen Herkunftsüberzeugungen in gruppenspezifischen Schranken unentrinnbar festhalten? Da wird dann ein Weißer zugleich mit der kolonialen Weltsicht geboren und der Farbige als der immer schon Unterdrückte und Ausgegrenzte, dessen Selbstverständnis und Selbstdefinition nur er / sie selbst authentisch leisten kann – und nicht irgend eine allgemeine Vernunft.

Konfuzius
Konfuzius – BR

Wer heute die Gruppe, ihre Besonderheit, ihren Kodex, ihre vermeintliche oder wirkliche Diskriminierung absolut setzt, befindet sich auf dem Weg zu den Parallelgesellschaften der Clans oder zu den völkischen Segregationen, die zum Faschismus führten. – Die berechtigten Interessen von Gruppen in unserer Gesellschaft, die sich nicht wertgeschätzt sehen oder ausgegrenzt erleben, können nur im freien Dialog zur Geltung gebracht werden. Die Universalität der Vernunft ist dabei die Quelle für Verständigung und Gerechtigkeit der Menschen untereinander. –
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Vernunft und Universalität

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Philosophie: Aristoteles

Kann ein Philosoph, der vor 2400 Jahren gelebt hat, wirklich aktuell sein, also wichtig und bedeutsam für uns heute? Man mag es kaum glauben, aber es ist so. Es ist zunächst auffällig und überraschend, wie sehr sich die wissenschaftliche Disziplin Philsophie in den letzten Jahrzehnten Aristoteles zugewandt hat. Besonders im angelsächsischen Raum ist Aristoteles immer schon, aber in letzter Zeit vermehrt ein Gegenstand der Forschung. Aber wen könnte das sonst noch interessieren außer Fachleute?

Aristoteles

Der große geschichtliche Abstand bewirkt jedoch zweierlei: In Aristoteles taucht eine ganz andere, uns weitgehend fremde Welt auf, die dennoch in vielen Fragen und Antworten auf Dinge eingeht, die auch uns beschäftigen. Daraus werden – und das ist das Zweite – die Relativität und die Voraussetzungen unserer eigenen Fragestellungen und unseres wissenschaftlichen ‚framings‘ deutlich, als Kontrast gewissermaßen.

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Aristoteles aktuell

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