Blog: Vorbild und Verantwortung

Vieles, vielleicht sogar alles, was auf den ersten Blick gut und klug aussieht, erweist sich auf den zweiten Blick als durchaus zwiespältig, manchmal sogar kontraproduktiv. Unsere Alltagsintuition verlässt uns bei der Einschätzung von ‚Klimawandel‘ und ‚Nachhaltigkeit‘ schmählich. Dazu sind beide Begriffe unscharf und unterbestimmt. Sie beziehen sich vielmehr auf ein weites Feld von Erkenntnissen und Maßnahmen, die zu allererst zur Kenntnis genommen, dann aber abgewogen und konkretisiert werden müssen. Zwischen langfristigen Zielen und kurzfristigen Wirkungen gilt es ebenso zu unterscheiden wie zwischen dem Nah- und den Fernbereich. Um letzteres geht es mir hier: um persönliches Verhalten im Kontext globaler Verflechtungen. Denn nur gut gemeint ist zu wenig.

Man sollte sich aber der Begrenztheit und des Symbolcharakters solcher individuellen Verhaltensweisen klar sein. Zugleich muss man sich schon um mehr Informationen und um den weiteren Blick auf die globalen Zusammenhänge bemühen, der zu dem notwendigen langen Atem motivieren kann, denn den wird es zweifellos brauchen. Das eine zu tun, ohne das andere zu lassen, ist die Devise! – Ausführlich im Blog publicopinia

Persönliches Beispiel und globale Verantwortung

publicopinia: Reale Kosten

Dass nicht nur (Bürger-) Kriege, sondern gerade auch fehlende Aussichten auf Bildung und Arbeit (und Freiheitsrechte) Menschen aus ihrer hoffnungslosen Lage in vielen Ländern forttreiben, dass diese Lage angesichts einer wachsenden jungen Generation, die weltweit informiert und vernetzt ist, immer brisanter wird, liegt auf der Hand. Aber auch das beinahe geflügelte Lösungswort von der „grünen Industrie“ und einer gelingenden CO2-Transformation spiegelt mehr Wunschdenken als Realität wider.

UNICEF; Global Foundries

Wir müssen hierzulande und in Europa alles tun, um die Grundlagen der Industrialisierung, von Wirtschaft, Arbeit und Wohlstand zu erhalten und über die großen Veränderungen hinweg positiv zu gestalten. Natürlich sind da auch riesengroße Chancen, aber eben nicht ohne Kosten und Risiko. Technikfeindlichkeit und eine Anti-Growth-Haltung werden uns da freilich kaum helfen, eher Tatkraft, Ideenreichtum und wirtschaftlich-technische Innovationen. Auch dabei geht es eminent um die Zukunftschancen der künftigen Generationen! Mehr im Blog:

Herausforderungen und Kosten

Politik: Das Humanum

Der Mensch ändert sein gewohntes, als normal erlebtes Verhalten nur, wenn er unbedingt muss. Dies Müssen geschieht kaum aus Einsicht, sondern nur aus äußerem Zwang. Das gilt besonders dann, wenn sich in der zurückliegenden Zeit die Umstände des Lebens subjektiv verbessert haben, – Angenehmes wird schnell zur Gewohnheit. Umgekehrt wird kaum etwas als so bedrohlich angesehen wie sozialer oder individueller Abstieg. Ein Aufstieg zu mehr Wohlstand, Wohlergehen und zur vermehrten Erfüllung individueller Wünsche wird dagegen gerne angenommen und bald als Normalzustand erlebt, auf den man Anspruch zu haben meint.

Gelbwesten in Frankreich

Nur äußere Not bringt den Menschen zur Änderung seines Verhaltens. Politische Maßnahmen gehören nicht dazu. Sie werden sofort als von Menschen verantwortet, von Interessen geleitet und als „alternativlos“ behauptet und eingeengt durchschaut. Wenn erkennbar gemacht würde, welche Alternativen zu welchen Kosten es gibt (übrigens auch für Rente, Pflege usw.) und wenn zugleich der moralische Absolutheitsanspruch der (jugendlichen) Aktivisten relativiert würde, wäre zumindest die Möglichkeit einer vernünftigen, auf Interessenausgleich zielenden gesellschaftlichen Diskussion gegeben. –
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Grenzen des Humanum


Wissenschaft & Politik

aus Anlass der Pressekritik an A. Laschet

Ob Ministerpräsident Laschet zutreffend zitiert und damit als AfD-verdächtig charakterisiert ist, soll hier nicht erörtert werden. Die vermuteten Unterstellungen sind allerdings ziemlich infam. Aber ab davon. Zu problematisieren ist vielmehr, welches Verständnis von Wissenschaft Journalisten vielfach (und eben auch in diesem kleinen Text) offenbaren und dadurch Wissenschaft in Ideologie verwandeln. Davon zeugen fast täglich journalistische Beiträge, die vor Betroffenheit und Besserwisserei strotzen, und die den Unterschied von Wissenschaft und Politik nicht zu kennen scheinen.

Unwetterflut
Unwetter in NRW, RP, By

Wissenschaft ist ein kritisch-rationales Verfahren, das zu bestimmten Zeitpunkten als gesichert geltende Ergebnisse produziert, die stets revidierbar und insofern „unsicher“ bleiben. Dennoch sind wissenschaftlich erhobene und geprüfte Ergebnisse das beste Mittel, das wir Menschen haben, um möglichst genaue Aussagen über die Wirklichkeit zu machen. Wissenschaft liefert kein dogmatisches Korsett, wie es Religionen und Ideologien eigen ist. Aber Vertrauen in die Integrität der weltweiten „Wissenschaftsgemeinde“ muss vorausgesetzt werden, und Vertrauen in überzeugende Ergebnisse lässt sich erwerben, aber nicht beweisen.

Gesellschaftliche politische Diskurse aber unterliegen denselben Vorurteilen, Interessen und Machtbestrebungen zum Erreichen oder Verhindern bestimmter Ziele wie der politische Prozess selbst. [Mehr im Blog publicopinia]

Wissenschaft und Politik

Klimawandel gestalten

Die inflationsbereinigten Kosten dafür, das 1,5-Grad-Ziel noch zu erreichen, haben sich seit 1980 nahezu verdoppelt. Schätzungen allein für Deutschland belaufen sich auf fast 2 Billionen Euro. Aber nichts oder zu wenig zu tun ist keine Option. Zu spät zu handeln ist vermutlich noch viel teurer. „Es braucht eine glaubwürdige Selbstbindung, das ist für mich das Entscheidende am Urteil. Die Politik muss nicht nur Ziele definieren, sondern auch die Instrumente, um sie zu erreichen.“ (Edenhofer.) Zwar sind 1,5° als Klimaziel keine Monstranz, und ein vermuteter „Kipppunkt“ ist nicht das Weltende. Aber die Warnungen im Blick auf den Menschen sind sehr ernst zu nehmen: Weltklimarat zeichnet ein düsteres Zukunftsbild

NASA Apollo 11

Wie’s aussieht, steht der Menschheit eine Bewährungsprobe nie gekannten Ausmaßes bevor, die all ihre Kreativität, all ihr Können und Wissen – und all ihre Kooperation erfordert, weil es schlicht um das Überleben als Menschheit auf einem bewohnbaren Planeten geht. – Trotz aller Berechnungen und Modelle: Die Zukunft bleibt dennoch unbekannt.
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Klimawandel in den Griff bekommen

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