Publicopinia: Corona-Abwehrstrategien

Es ist zu vermuten, dass sich unsere gesamte Lebenseinstellung im Laufe der Corona-Pandemie verändern wird. Zwischen den Erfordernissen der wissenschaftlich begründeten und politisch gesteuerten Pandemie-Bewältigung, den ökonomischen Herausforderungen und Ansprüchen und den individuellen Belastungen eines und einer jeden Einzelnen zwischen Home Office und Kinderversorgung, drohender Arbeitslosigkeit und Einkommensverlusten gilt es einen Ausgleich zu finden, Bewertungen zu erstellen und Prioritäten zu setzen – und immer wieder aufzuklären.

Intensivmedizin (DW)

Um aber die Gesellschaft ‚irgendwie‘ zusammenzuhalten, muss offenbar eine mündige und freiheitliche Gesellschaft entscheidend selber mit Solidarität und Eigenverantwortung beitragen. Weil das so ist, muss man insbesondere die Verdrehungen, Täuschungen, Fake Facts erkennen und als das bezeichnen, was sie sind: psychologische Verschiebungen, Verdrängungen, Übertragungen, Realitätsverweigerung, Beschönigungen und verantwortungslose Flucht vor der Wirklichkeit.

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Corona – Abwehrstrategien

Eine Zeitungs-Nachlese

publicopinia: Populismus

Populismus erscheint heute als etwas spezifisch Modernes und in der gegenwärtigen Gesellschaft Bedrohliches. Zumindest der Begriff ist in allen Medien präsent und dient nicht selten weniger zur Klärung eines Sachverhalts als zur Disqualifizierung des politischen Gegners. Populär möchte natürlich jede Politikerin sein, aber eben kein Populist. Was ist also das Besondere, Unbequeme, Bedrohliche am Populismus? Inwiefern ist er vielleicht ein typisches Kennzeichen für machtpolitische Auseinandersetzungen in einer polarisierten Gesellschaft, in einer sich polarisierenden Welt?

Forum Romanum (c) wikimedia
Forum Romanum

Dabei ist Populismus keine neue Erscheinung. Meist wird er mit der Neuzeit und ihrer modernen arbeitsteiligen Gesellschaft in Verbindung gebracht. Besonders die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte gelten als besonderer Nährboden des Populismus.  Lehren aus der Geschichte! – Neu im Blog publicopinia!

Lehren aus der Geschichte

Populismus

publicopinia: Nationalismus

In der Gegenwart sind politisch ‚rechts‘ verortete Themen wieder erstaunlich aktuell und erschreckend brisant geworden. Zu diesem neu-rechten Themenkreis gehören die Begriffe Nationalismus, Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus. Material für eine Problemgeschichte.


Hinzukommt ein Wiederentdecken des ‚Völkischen‘ und ‚Identitären‘. Aus der Geschichte heraus bietet sich „Nationalismus“ als Oberbegriff an, dem die anderen Themen unter- oder beigeordnet werden können; sie hängen alle zusammen. Es sind negative Begriffe der Abgrenzung, Ausgrenzung, Diskriminierung, Selbstbehauptung auf Kosten angeblich ‚Minderwertiger‘. 

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Nationalismus

publicopinia: Demokratie – Geschichte

Formen des Zerfalls im antiken Athen

Im wechselvollen und in der damaligen Welt weit ausgreifenden Peloponnesichen Krieg (431 – 404 vC) versuchte Athen, den von ihm gegen die Perser gegründeten und beherrschten attischen Seebund durch eine Ausweitung seiner Landmacht zu ergänzen. Ziele der Eroberungen lagen in Sizilien (Syrakus) und auf der Peloponnes mit Sparta an der Spitze. Die Auseinandersetzung mit seinem alten Rivalen Sparta geriet auch zur Konkurrenz der unterschiedlichen Systeme, nämlich Spartas Aristokratie / Oligarchie mit der Demokratie der Athener. Athen unterlag schließlich auf ganzer Linie, verlor 404 vC die Flotte, den Seebund und die Macht außerhalb Attikas.

Vorher stand allerdings die Demokratie als seine maßgebliche Polisverfassung auf dem Spiel, und dieses Kapitel der Geschichte Athens ist erstaunlich aktuell: Demokratien verschwinden nicht quasi naturgegeben, sondern werden, so wie sie unter bestimmten Umständen von Menschen eingerichtet wurden, unter anderen Umständen auch wieder abgeschafft. Dies „Lehrstück“ wird von Thukydides als solches berichtet. In einer kritischen Situation, nach einem (mit Unterbrechungen) bereits zwanzigjährigen wechselvollen und verlustreichen Krieg gab es in Athen einen Umsturzversuch zugunsten der Oligarchie. Der Umsturz dauerte vier Monate und war am Ende nicht erfolgreich.

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Demokratie – Geschichte

publicopinia: Chancen der Liberalität

Antiliberale Meinungen und Überzeugungen werden immer vernehmlicher. Es gibt sie zwar schon länger bei linken Parteien und Gruppierungen, für die „liberal“ immer ein Schimpfwort war und die sich als Vertreter der „richtigen“ Weltsicht wahlweise für die „Diktatur des Proletariats“ oder zumindest für die Vorherrschaft einer Partei und einer „linken“ Ideologie verstanden haben
Autoritäre Führerfiguren, die „illiberal“ als positives Attribut zur Selbstbezeichnung verwenden, werden zu medialen Idolen – von Putin über Erdogan bis zu Trump. Vom Faszinosum der chinesischen Ein-Parteien-Diktatur, heute sogar Ein-Mann-Diktatur, Wirtschaftskraft und hard power ganz zu schweigen.

Toleranz

Angesichts der illiberalen „Feinde der offenen Gesellschaft“ (Popper) ist der Liberalismus heute mehr denn je herausgefordert, weil er die beste Chance auf die Erhaltung einer offenen und freiheitlichen Gesellschaft bietet. Liberalität sollte verlockend sein und zur Selbstbestimmung einladen, auch wenn man dafür den eigenen Verstand gebrauchen und sich kontroversen Diskussionen stellen muss. Es lohnt sich immer noch und immer wieder, mit den Ideen der Aufklärung offensiv und diskursiv für eine humane und liberale Gesellschaft einzutreten.

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Chancen der Liberalität


Über einen Liberalismus mit Zukunft