Energiewende „plus“

Jörg Müller baut 1992 in Brandenburg seine erste Windkraftanlage. Der Kerntechnik-Ingenieur ist schon damals überzeugt: Das ist die Zukunft. Ein Verbundkraftwerk aus Erneuerbaren kann genauso zuverlässig Energie bereitstellen wie ein konventionelles Kraftwerk. Gut 30 Jahre später beliefern Müller und sein Unternehmen Enertrag ihre Kunden in der Uckermark rund um die Uhr mit Strom aus Sonne, Wind, Speicher und grünem Wasserstoff. Das Vorbild ist die Landwirtschaft. „Die Erntezeit dauert zwei Wochen“, sagt Müller im „Klima-Labor“ von ntv. „Wie machen wir daraus Essen für Monate? Mit Getreidespeichern.“ Das Potenzial der neuen Technologien ist ihm zufolge längst nicht ausgeschöpft. Speziell die Solarenergie beeindruckt mit so großen Sprüngen, dass sie Windenergie eines Tages überflüssig machen könnte. Das sind Müller zufolge gute Nachrichten für Verbraucher, er verspricht: Das neue Energiesystem wird deutlich günstiger, selbst wenn die Kilowattstunde doppelt so viel kostet. 

Das grüne Kraftwerk von Enertrag – „Seit 1990 ist klar: Uns bleiben nur Solar- und Windenergie“

@ntv.de vom 03.05,2026 und Podcast


Artemis 2

Eine Mondstation? Ist das realistisch?

Ja, das hat man in der Antarktis gesehen.

Der Mond und die Antarktis – den Vergleich scheinen Sie zu mögen …

Der geht sogar noch weiter: Der Mond ist unser achter Kontinent. Der ist drei Tage Reisezeit entfernt, das muss man sich mal vorstellen! Den müssen wir allein schon deswegen erforschen, weil er da ist.

Gibt es noch weitere gute Gründe, ihn zu erforschen?

Selbstverständlich. Zunächst einmal wissen wir gar nicht, wie der Mond entstanden ist. Wahrscheinlich aus der Erde heraus. Wir können dadurch in die Vergangenheit der Erde schauen. In dem Wasser, das wir am Mond-Südpol finden, das da seit Jahrmillionen in diesen Kratern eingefroren ist, wo nie die Sonne reinscheint – vielleicht können wir da Spuren von elementarem Leben finden. Wir wissen gar nicht, wie das Leben auf der Erde entstanden ist. Das kann uns vielleicht eine wichtige Lücke schließen.

Sind Sie da nicht etwas zu optimistisch?

Glaube ich nicht. Irgendwann wird es diesen Moment wieder geben, spätestens dann, wenn wir einen Europäer oder eine Europäerin haben, die auf der Mondoberfläche landet und beschreibt, wie es ist, vom Mond auf die Erde zurückzuschauen. Wie es ist, diesen Planeten mit dem Daumen zu verdecken. Das hat mir Harrison Schmitt mal erzählt.

Alexander Gerst @sz.de


Man könnte ergänzen:

Wir wissen gar nicht so viel über die Entstehung der Erde und des Sonnensystems, alles ’nur‘ Theorien mit Lücken.
Das alles soll jetzt der Mondflug erklären können? Sehr viel Optimismus – und bei Gerst verständlicherweise Enthusiasmus!


Wissenschaftsfeindlichkeit wächst

Eine Form von Eugenik in den USA?
„Man will der Natur ihren Lauf lassen, auch wenn dann Schwächere sterben“

Er will Amerika wieder „gesund“ machen: „MAHA = Make America healthy again“: Robert F. Kennedy jr. propagiert eine Politik, die Impfen verteufelt und Schwäche moralisch abwertet. Der Arzt David Gorski nennt das weiche Eugenik.

Erlebt die Medizin den Beginn einer antiwissenschaftlichen Zeit?
Nicht den Beginn, diese Entwicklung ist in vollem Gange! Begonnen hat das schon vor mindestens zwei bis drei Jahrzehnten. Unter der Oberfläche hat es die Wissenschaftsfeindlichkeit immer gegeben, seit der Pandemie tritt sie offen zutage.“

David Gorski ist chirurgischer Onkologe mit Schwerpunkt auf Brustkrebschirurgie am Barbara Ann Karmanos Cancer Institute und Professor für Chirurgie an der Wayne State University School of Medicine in Detroit.

Als Managing Editor des Blogs „Science-Based Medicine“ setzt er sich seit Jahren kritisch mit Pseudomedizin, Impfmythen und wissenschaftsfeindlichen Bewegungen auseinander.

@tagesspiegel plus 02.06.2025


Kennedys radikaler Studien-Vorstoß: „Es geht um eine Wissenschaftspolizei im extremsten Sinne“

Staatlich geförderte Studien sollen in den USA künftig nicht mehr in renommierten Journals erscheinen. Stattdessen will Kennedy eigene Fachzeitschriften direkt beim National Institutes of Health (NIH) ansiedeln – der zentralen US-Behörde, die jedes Jahr fast 48 Milliarden Dollar in die Erforschung von Krankheiten, Therapien und Prävention steckt. Das NIH gilt mit Abstand als größter Geldgeber für biomedizinische Forschung weltweit. Es ist Teil eines größeren Planes, den Wissenschaftsbetrieb radikal zu verändern.

„Wenn Kennedy das durchsetzt, bedeutet das eine Zensur, wie man sie sonst nur aus totalitären Regimen kennt.“

@tagesspiegel 30.05.2025